St. Stephani zu Bremen

Die Pfarrkirche St. Stephani, benannt nach dem ersten christlichen Märtyrer, dem heiligen Stephanus, ist die Kirche der Bremer Kantorei St. Stephani. Sie ist die drittälteste und drittgrößte Kirche der Stadt. Die Kirche steht am westlichen Ende der Altstadt auf dem Stephansberg, der höchsten der Dünen, auf denen Bremen entstand.

Zwischen Brill und Überseestadt ist St. Stephani städtebaulicher Mittelpunkt des Stephaniviertels. Das Viertel ist eines der vier historischen Viertel Bremens. In früheren Jahrhunderten lebten dort überwiegend Kaufleute, Handwerker, Fuhrleute und Fischer. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel nahezu vollständig zerstört und anschließend wiederaufgebaut.

Die Wurzeln der St. Stephanikirche (ursprünglich St. Wilhadi und St. Stephani) liegen in der Mitte des elften Jahrhunderts. Die ältesten Teile der heutigen, gotischen Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ende des 14. Jahrhunderts wurde sie zur Hallenkirche umgebaut. Der neugotische Südturm prägt seit 1856 das Stadtbild.

Bei Bombenangriffen im August 1944 wurde St. Stephani stark beschädigt. Beeindruckende Fotografien in der Kirche künden vom ganzen Ausmaß. Das südliche Seitenschiff wurde vollständig zerstört und nicht wiederaufgebaut, das nördliche als Gemeindekirche instandgesetzt. 1959 waren Mittelschiff (57 Meter lang) und Querhaus (36 Meter breit) wiederhergestellt.

Mehrere bis zu 500 Kilogramm schwere Messingkronleuchter aus dem 17. Jahrhundert überstanden den Krieg. 1964/65 erhielt die Kirche die neue Beckerath-Orgel, die durch Material, Qualität, architektonischen Stil, Register-Disposition und klangliche Intonation in handwerklicher wie künstlerischer Hinsicht bis heute Maßstäbe setzt.

Seit Anfang 2007 ist St. Stephani Kulturkirche der Bremischen Evangelischen Kirche. Sie ist ein Ort des Dialogs zwischen Kirche und Kultur, des kulturellen Experiments, des spirituellen Spiels und der Sinnsuche. Neue Veranstaltungsformen prägen den Raum. Mit ihrer über 125-jährigen Tradition übernimmt die Bremer Kantorei St. Stephani auch nach dieser Neuausrichtung eine tragende Rolle.